2008 – was bleibt und was hoffentlich vorbei ist

Dezember 31, 2008

2008 – eine Jahreszahl, die wohl in vielen kommenden (geschichtlichen, wirtschaftswissenschaftlichen, journalistischen) Büchern und Beiträgen eine gewisse Rolle spielen wird: Obama ist Präsident – Österreich hat neu gewählt („yes we can“ vs. „es reicht“ – diese Gegenüberstellung alleine sagt viel aus…), Mega-Sportereignisse, bis hin zur Subprime-Krise, die zur Finanzkrise wurde und nun Wirtschafts-, Auto-, Kapitalismus-… Krise ist. (Einen wirklich treffenden Rückblick dazu gibt’s bei Robert Misik) Einiges wird uns davon auch in nächster Zeit bleiben, anderes hat 2008 wohl letzte Lebenszeichen von sich gegeben:

  • Der Turbokapitalismus: Wenn selbst in neoliberalen „Musterstaaten“ wie den USA und Großbritannien Verstaatlichungen an der Tagesordnung stehen, kann wohl niemand mehr davon absehen, dass mit 2008 ein Paradigmenwechsel in der Ökonomie und unserem Wirtschaftssystem stattfand – oft genannter Stichtag: der 15. September 2008, der Tag an dem Lehman-Brothers kollabierte und so die Krise auch endgültig nach Europa überschwappte.
  • Sarah Palin: Die Vize-Kandidatin der Republikaner, ein echter Maverick, machte nicht nur durch ihre außernpolitische Kompetenz (von Alaska aus könne sie russland sehen) auf sich aufmerksam. Der Satz „Der Vizepräsident ist nur einen Herzschlag vom Oval Office entfernt“ bekam – in anbetracht des Gesundheitszustands von John McCain – eine bedrohliche Weikung. Am Ende siegte am 4. November das aufgeklärte Amerika. Was bleibt: Palin-Double tina Fey steht eine große Karriere bevor, und auch Palin selbst geht unter die SchauspielerInnen – sie erhält angeblich eine Gastrolle in „Desperate Housewives“. Passend?!?
  • Jörg Haider: zum Tod Jörg Haiders habe ich an dieser Stelle nie geschrieben. In Erinnerung blieb mir der Besuch der Grünen Andersrum im Lokal „Der Stadtkrämer“ kurz nach dem Unfall. Rückblickend ein Zitat aus Robert Misiks Jahresrückblick: „Bis zuletzt konnte einen Jörg Haider mit seiner Fähigkeit zur Unmenschlichkeit immer wieder überraschen. Dennoch habe auch ich die Nachricht über seinen Tod mit Betroffenheit und Fassungslosigkeit aufgenommen. Und das ist schon recht so: Man kann auch Mitgefühl mit jenen haben, die zu Mitgefühl nicht fähig sind. Hätte man es nicht – sie hätten gewonnen, man wäre ihnen ähnlich geworden!“
  • Dabbeljuh: Ja, auch wenn George W. Bush noch amtierender US-Präsident ist, ist doch 2008 das Jahr, das seine Präsidentschaft beendet. Was bleibt sind seine Weisheiten – Bsp: „Die große Mehrzahl unserer Importe kommt von außerhalb des Landes“ – Schuhe dürfen weiterhin geworfen werden!
  • weitere Ergänzungen bitte als Postings!

Auf geht’s also in ein Jahr, das einiges mit sich bringen wird: Die Auswirkungen der Krise und wie wir damit umgehen, Wahlen zum EU-Parlament, das erste Semester ohne Studiengebühren (zumindest für einen Teil der Studierenden) und – nicht zuletzt: ein neues Album von Regina Spektor!

Zuvor darf aber noch ordentlich Silvester gefeiert werden: doch Vorsicht, heuer wird der Countdown anders gezählt – „5, 4, 3, 2, 1, 1 – Happy New Year!“. 2008 ist nämlich durch eine eingeschobene Schaltsekunde etwas länger ;)

Allen Leserinnen und Lesern meines Blogs ein schönes neues Jahr und ich hoffe, wir lesen uns nächstes Jahr wieder!

Und eine kleine Statistik zum Schluss: Die TOP-3-Beiträge auf diesem Blog waren 2008 folgende:

  1. Aktion Doppelstimme – 08 (initiiert von franz joseph)
  2. Jüdische Großeltern in Florida (zum Obama-Spot von Sarah Silverman)
  3. Die FPÖ und die neue Rechtschreibung

buchstabensuppe

August 8, 2008

wordpress, twitter, flilckr, youtube, del.icio.us,… soup.io bringt alles, was ich so auf diversen plattformen treibe zusammen. quasi mein actionstream 2.0! Hier geht’s zu My Soup!


und trotzdem den sommer genießen!

Juli 1, 2008

Wie jeden Sommer tut sich nun das politische Sommerloch auf, das diesmal weniger Loch als Gipfel ist – Gipfel der Unerträglichkeit: Die Kronen Zeitung – oder besser gesagt Herr Dichand – ist anscheinend offizielles Regierungsmitglied und hat ordentlich was mitzureden. Eine SP die Tag für Tag weiter ins Chaos stürtzt. Die Rückkehr der Schottermitzi. Grausliche Umfragenwerte für Strache&Co. Die SP muss sich um Distanz zur FPÖ bemühen (dass es überhaupt so weit kommen darf!). Eine abwartende ÖVP, die auch nicht viel besser da steht. Ja, es schaut nach Neuwahlen aus (wobei ich die Tage, an denen bei dieser Regierung nicht von Neuwahlen gesprochen wurde, wohl an einer Hand abzählen kann).

Bis dahin (Häupl geht von Neuwahlen im Herbst aus) wird wohl ein grausiges Sommerloch zu ertragen sein. Daher einige Tipps, um den Sommer dennoch zu genießen:

  • die Juli Ausgabe von NEON: ein wirklich gutes Magazin über Politik, Gesellschaft, Liebe, Freundschaft, Sex, Psychologie, Ausbildung, Mode, Produkte, Kino, Musik, Literatur,…
  • Vorfreude: Seit gestern, Montag, fahren die Straßenbahnen der Wiener Linien wieder mit Regenbogenfahne. Grund: Am 12. Juli ist Regenbogenparade – die Grünen Andersrum sind auch dabei!
  • im Freien schlafen: super Idee eines Freundes von mir – nach dem Motto „was du heuer unbedingt machen musst“
  • Feriennetzkarte der ÖBB kaufen und einfach mal einen Tag z.B. nach Graz fahren (und die grüne Vizebürgermeisterin besuchen ^^)
  • Bücher lesen (aktuell: Haruki Murakami)
  • tbc

zu radikal fürs fernsehen?

Juni 30, 2008

Dieser deutsche Kino-Spot sollte in Kroatien vor der diesjährigen Pride-Parade am 28. Juni ausgestrahlt werden. Nichts da – der kroatische Staatssender HRT fand den Spot zu radikal:

Die Spots stammen von Maneo – ein schwules Nati-Gewalt-Projekt in Berlin.


let there be more wunschkonzerte!

Juni 25, 2008

Montag und Dienstag fand im fluc „ladyzzz mile“ statt – zwei Tage alternatives Camp zwischen Fanzone und Stadion. Der Schnappschuss entstand bei „First Fatal Kiss“, die nach einer kurzen Einspielung von (Ex!-)Innenminister Platter (Bleiberecht darf kein Wunschkonzert sein) performten – mit der Textzeile „let there be more wunschkonzerte!“


that’s not my name!

Juni 20, 2008

may I introduce: the ting tings. hab mein semester-ende-lied gefunden!


reclaim the urban space: LADYZZZ’ MILE @ fluc

Juni 16, 2008

ladyzzz' mile


Platz da!

Juni 11, 2008

platzda!

Obwohl es uns selten bewusst ist, bestimmt der öffentliche Raum den Charakter einer Stadt enorm. Plätze, FußgängerInnenzonen, Parks sind von der spannenden Tatsache geprägt, dass sie die einzigen wirk­lichen Begegnungsräume für Menschen unterschiedlicher Herkunft sind. Bestimmte Gruppen dominieren bestimmte Räume, ohne andere Gruppen dabei auszuschließen. JedeR hat Zutritt, die Gesellschaft und unterschiedliche Lebensformen werden hier sicht – und erlebbar. Besonders gute öffentliche Räume fördern einerseits unterschiedlichste Aktivitäten, und geben auch ausreichend Platz um nur zu beobachten. Doch der Platz ist umkämpft. Parkplatz oder Kinderspiel, Lärm­ oder Ruhezonen, nicht alle Nutzungen können für alle StadtbewohnerInnen überall ermöglicht werden. In den letzten Jahren wird auch immer mehr der Wert des Grund­ und Bodens in der Stadt erkannt und selbst die Stadtverwal­tung trennt sich von öffentlichen Grundflächen um das Budget zu sanieren. So gehen öffentliche Räume für die Allgemeinheit verloren.

Wir meinen: Wichtig ist, dass die NutzerInnen untereinander und mit der Verwaltung in Dialog treten, und dass Möglichkeiten zur Mitbestimmung geschaffen werden, denn die Stadt gehört uns allen!

Sabine Gretner, Grüne Gemeinderätin (sabinegretner.twoday.net)


Juni 6, 2008

pimp your city

PIMP YOUR CITY! Am Dienstag, 24. Juni 2008, ab 16:00 Uhr, Hannovermarkt

mehr Infos: myspace.com/my_vienna und brigittenau.gruene.at


Scott Matthew: Language

April 28, 2008


video-nachtrag zum donaufestival